Von der Zeiterfassung zur Rechnung: ein Tool, das ich für Selbstständige gebaut habe
Warum Zeiterfassung, Rechnung und Steuerrücklage in einen einzigen Datenfluss gehören — und was ich beim Bau einer Freelancer-SaaS über sauberes Geld-Handling und server-first gelernt habe.
Zeiterfassung, Rechnung und Steuerrücklage gehören in einen einzigen Fluss — nicht in drei Tools, zwischen denen du Zahlen von Hand hin- und herträgst. Genau dafür habe ich freelancerino gebaut: eine Web-App, die erfasste Stunden ohne Umweg zur Rechnung macht und die Steuerrücklage gleich mitrechnet. Dieser Beitrag zeigt die Idee dahinter — und was ein kleiner Betrieb daraus für seine eigene Software mitnehmen kann.
Ein Datenfluss statt drei Werkzeuge
Der eigentliche Gewinn liegt nicht in einer schöneren Rechnung, sondern darin, dass die Zahl nur ein einziges Mal entsteht. Du erfasst deine Arbeitszeit auf ein Projekt, und aus genau diesen Einträgen wird später die Rechnung — Position für Position, ohne Abtippen. Der Weg ist immer derselbe: Zeit erfassen → Rechnung erzeugen → als PDF exportieren → Überblick über Einnahmen und Steuerrücklage.
Der klassische Bruch bei Selbstständigen sitzt genau zwischen diesen Schritten: Stunden im einen Tool, Rechnung im nächsten, Steuerrücklage im Kopf. Jeder Übergang ist eine Stelle, an der eine Zahl falsch übernommen wird. Wenn die Rechnung direkt aus der Zeiterfassung fällt, verschwindet dieser Bruch — und mit ihm die häufigste Fehlerquelle.
Geld rechnet man in Cent, nicht in Kommazahlen
Die wichtigste technische Entscheidung in so einer App ist unsichtbar: Beträge werden als ganzzahlige Cent gespeichert, zusammen mit einem Währungscode — also 12999 und EUR, nicht 129,99. Der Grund ist banal und folgenschwer: Kommazahlen (Fließkommazahlen) driften beim Addieren minimal ab. Bei einer Grafik ist das egal, bei Geld ist es ein Fehler, der sich über viele Positionen aufsummiert.
Wer eine Rechnungs- oder Shop-Software baut, sollte diese Regel von der ersten Zeile an einhalten. Nachträglich alle Beträge umzustellen ist teuer. Das ist genau die Art von Detail, die man nur kennt, wenn man solche Systeme selbst gebaut hat — und der Grund, warum ich bei Kundenprojekten früh danach frage.
Server-first: warum das schon bei einem kleinen Tool zählt
freelancerino ist bewusst server-first gebaut — mit Next.js 16, React 19 und Server Actions. Das heißt: Daten werden auf dem Server geholt, und jede Änderung (eine Rechnung anlegen, Stunden buchen) läuft über eine Server-Aktion, nicht über offene Schnittstellen im Browser. Für ein Ein-Personen-Tool klingt das nach Overkill — ist es aber nicht.
Der Vorteil ist die Datentrennung: Jeder Nutzer hat seinen eigenen, abgeschotteten Arbeitsbereich, und jede Abfrage filtert serverseitig nach genau diesem Bereich. So kann niemand versehentlich fremde Daten sehen, selbst wenn die App später mehr Nutzer bekommt. Diese Grenze von Anfang an sauber zu ziehen ist der Unterschied zwischen einem Tool, das mitwächst, und einem, das man beim ersten Kunden neu schreiben muss. Der technische Unterbau — Neon Postgres mit Drizzle als typsicherer Datenschicht, Clerk für die Anmeldung, zweisprachig über next-intl — bleibt dabei bewusst schlank.
Was ein KMU davon mitnehmen kann
Du brauchst kein großes ERP. Du brauchst ein Werkzeug, das den einen Prozess abbildet, der bei dir am meisten Reibung erzeugt — bei Selbstständigen ist das fast immer die Kette von der Arbeitszeit zur Rechnung. Der Bauplan bleibt derselbe:
- Ein durchgehender Datenfluss statt Insellösungen, zwischen denen du Zahlen kopierst.
- Sauberes Geld-Handling (Cent-Beträge, Währung) von der ersten Zeile an.
- Datentrennung serverseitig, damit das Tool mitwächst, statt dich einzuholen.
Ein individuelles Zeiterfassungs- oder Rechnungswerkzeug ist ein typisches Beispiel für eine Web-App mit festem Umfang und festem Preis — ab 3.000 €. Ob sich für deinen Betrieb ein eigenes Tool lohnt oder eine Standardlösung reicht, kläre ich vorher ehrlich mit dir; wie ich Preise kalkuliere, steht im Beitrag über die Kosten von KI und Software für KMU. Wenn du magst, schreib mir — im kostenlosen Erstgespräch grenzen wir ein, was du wirklich brauchst, und was nicht. Mehr zu meinem Vorgehen findest du unter Tech-Beratung.
Häufige Fragen
Warum eine eigene Software statt Excel plus Rechnungsvorlage?
Weil bei getrennten Werkzeugen jede Zahl zweimal angefasst wird — und genau dabei entstehen Fehler. Wenn erfasste Stunden direkt zur Rechnung werden und die Steuerrücklage automatisch mitläuft, sparst du nicht nur Zeit, sondern vermeidest die typischen Übertragungsfehler zwischen Stundenzettel, Rechnung und Steuerkonto.
Wie wird mit Geldbeträgen korrekt gerechnet?
Beträge werden als ganzzahlige Cent gespeichert (z. B. 12999 für 129,99 €), nie als Kommazahl. Fließkommazahlen driften bei Addition minimal ab — bei Geld ist das ein Fehler. Ganzzahlige Cent plus Währungscode sind der Standard für jede Software, die mit Geld rechnet.
Kann ich so ein Werkzeug für meinen Betrieb bekommen?
Ja. Eine individuelle Web-App mit fester Funktion und festem Preis gibt es bei mir ab 3.000 €. Den genauen Umfang grenzen wir vorher im kostenlosen Erstgespräch ein — du zahlst einen Festpreis, keine offene Rechnung nach Aufwand.